Geschichte | Schwan Apotheke Röbel

Geschichte der Schwan Apotheke in Röbel

Dies ist nur ein kleiner Streifzug durch die Geschichte der Apotheken in Röbel und möchte keinen Anspruch auf Vollständigkeit und völlige Korrektheit erheben.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die heutige Röbeler Schwan Apotheke schon immer an diesem Standort gestanden hat. Wahrscheinlich wurden die Mauern z. T. wieder aufgebaut, nachdem mehrere schwere Brände die Röbeler Neustadt im 18. Jahrhundert heimgesucht hatten.

Die wichtigsten Dokumente für Apotheker waren Privilegien, welche von der Obrigkeit ausgestellt wurden. Sie regelten Rechte und Pflichten eines Apothekers. Das Privileg konnte auf den Sohn oder Schwiegersohn, wenn dieser approbierter Apotheker war, übertragen werden. Ab 1840 wurden Konzessionen nur noch auf Lebenszeit erteilt.

1702

Der Apotheker Jacob Ungnade bittet in „Unterthänigkeit“ um ein Privileg „in dem besagten Städtlein Röbel...eine guhte Apotheke anzulegen“.
Die Erteilung des ersten Privilegs zur Führung einer Apotheke ist nicht belegt, aber durch ein Schreiben des Rates zu Röbel 1742 praktisch bewiesen. Darin wurde erwähnt, dass der Vater des Apothekers Johann Jacob Ungnade (jener Jacob Ungnade) bereits ein privilegierter Apotheker war.

1741 – 1781

Apotheker Johann Jacob Ungnade

Unklare Verhältnisse – gab es in den 1730er Jahren eine zweite Apotheke?

  • 1734: Schreiben von Apotheker Gottlieb Mühlenbruch über eine Schuld von 100 Reichsthaler
  • 1737: Erwähnung des Apothekers Gottlieb Henicke
  • Das Privilegsgesuch zum Führen einer zweiten Apotheke durch den Apothekergesellen Daniel Duncker wurde durch den erbitterten Widerstand des Apothekers Johann Jacob Ungnade, des Arztes Daniel Zacharias Bötefür und der Obrigkeit abgelehnt.

1781 – 1811

Apotheker Johann Carl Berg, Schwiegersohn von Johann Jacob Ungnade

Hohes gesellschaftliches Ansehen: 1776–1786 Ratsmann, ab 1787 Bürgermeister der Stadt Röbel.

1811 – 1828

Apotheker Heinrich August Ernst Berg, Sohn des Johann Carl Berg

Abgelehnte Gesuche für eine zweite Apotheke:

  • 1823 – Gesuch durch Heinrich Kilian zu Havelberg
  • 1835 – Gesuch durch Förster Kleinkamp aus Sietow für seinen Sohn

1828 – ca. 1883

Apotheker Heinrich Schlosser, gefolgt von seinem Sohn Apotheker August Schlosser. August besaß zusätzlich eine Mineralwasserfabrik und bezeichnete sich in Anzeigen der Röbeler Zeitung (1876–1883) als Apotheker.

1883

Apotheker Oppermann erhielt die Konzession zur Führung der Apotheke. Er entwickelte Spezialheilmittel gegen „Pferde-Spath“, welche bis nach Ostpreußen verschickt wurden.

1889 Rechtsstreit

Zwischen Apotheker Oppermann und dem Zeitungsredakteur, Buchdrucker und Buchhändler Johann Beyer wegen Verkauf und Versand des Augenwassers „Echtes Dr. Whites Augenwasser“ (enthielt Zinksulfatlösung, welche nur in Apotheken vertrieben werden durfte).

Ende 19. Jahrhundert bis 1913

  • Ende 19. Jh.: Dr. Rosenthal
  • 1889 – 1897: Hans Kohlmann
  • 1897 – 1906: Paul Günter
  • 1906 – 1910: Emil Fischenberg
  • 1910 – 1913: Wilhelm Jessen
  • 1913 – 1932: Wilhelm Gerlach (danach bis 1950 Verpächter)

1913 Eintragung in das Handelsregister als Schwan Apotheke und Drogeriehandlung.

1932 – 1952

  • 1932 – 1933: Verwalter Rudolf Bader
  • 1938 – 1941: Pächter Dr. Ulrich Bogs
  • 1941 – 1950: Pächter Dr. Walter Klock
  • 1950 – 1952: Leiter der Staatlichen Apotheke Dr. Walter Klock

1952 – 1972

Pharmazierat Ulrich von Lühmann, Apothekenleiter und Kreisapotheker

1972 – 2007

Pharmazierat Karl-Jürgen Meyer, Apothekenleiter und Kreisapotheker, ab 1985 Direktor des Pharmazeutischen Zentrums in Röbel

Seit 01.01.2008

Cornelia Dubhorn und Katja Frenz,
Apothekerinnen und Inhaberinnen der Schwan Apotheke in Röbel